Beratungsangebote

Die Liberale Jüdische Gemeinde Gescher Freiburg (EJCGF) bietet folgende Beratungsangebote an:

 

> Beratung für jüdische Menschen und ihre Familien in allen für sie relevanten Angelegenheiten wie Familie, Schule, Anträge in verschiedenen Angelegenheiten, Umgang mit jüdischer Identität im öffentlichen Raum, Alltag, Gemeindemitgliedschaft, Beratungen aus biographischem Bedarf und/oder die Weiterleitung an entsprechende Stellen in Deutschland.

Aufgrund des aktuellen Notstandes durch den Corona-Virus stehen wir auch für Fragen und Nöte, die sich daraus ergeben, jederzeit zur Verfügung.  Bei Bedarf finden wir für Sie Stellen, an die wir kompetent verweisen können oder recherchieren auch Informationen. 

 

> Beratung auch für jüdische und nicht- jüdische Kinder, Jugendliche und Erwachsene 

die von antisemitischem Mobbing betroffen sind, es waren oder befürchten es zu werden, insbesondere in Schule, Kindergarten und im öffentlichen Raum. 

Aber auch bezüglich des Umgangs mit entsprechenden Erfahrungen im privaten Freundeskreis und in sozialen Medien (Facebook ,Instagram und Co) 

 

> Beratung für Lehrende aller Altersstufen, 

wenn sie Antisemitismus in ihrem beruflichen Umfeld erleben, dies befürchten oder überlegen, wie sie das Thema im Beruf behandeln oder sich zunächst Klarheit verschaffen wollen, ob sie mit dem Thema konfrontiert sind.

 Dies betrifft in einem hohen Maße auch die Positionierungen und Meinungsbildungen zum Staat Israel. 

 

> Für Erzieherinnen und Erzieher, für Lehrerinnen und Lehrer, für Lehrende der beruflichen und akademischen Ausbildung. 

Einführung in Shoa Education /Demokratiebewusstsein

Wenn das Thema historischer Faschismus und Völkermord in den 9. Klassen Thema ist, is

t die Resonanz meist schwach und das Bewusstsein hierfür greift selten. Ähnliche Erfahrungen gibt es auch nach Gedenkstättenfahrten, obwohl die Eindrücke nachhaltig sein sollten.

Um dem vorzubeugen, ist es pädagogisch nachhaltig und erprobt, bereits sehr viel früher mit Kindern in das Thema einzusteigen. Hierfür gibt es spezielle Konzepte der Annäherung ab dem Grundschulalter mit etwa 10 Jahren. Die Shoa Gedenkstätte und Forschungsstelle Yad VaShem  in Jerusalem hat in internationaler Kooperation viele Materialien für diesen Zweck aufgearbeitet und zur Verfügung gestellt. Wir bieten in eben diesen Kooperationen eine Einführung an, sowohl für Lehrende, als auch direkt in Schulklassen.

Dabei geht es nicht nur um die Wissensvermittlung von Geschichte, sondern auch um die Schärfung des Blicks für den unvergleichbaren Wert jedes einzelnen Menschen in jeder Situation, und  für die  Gesellschaftsform Demokratie als bestes Mittel , diesen Wert zu schützen. 

 

Kontakt:

e-Mail: vorstand@gescher-freiburg.de           

WhatsApp:  +49 157 30687310  

AB: 0761 70757733            https://www.gescher-freiburg.de

 

Wir melden uns dann umgehend und vereinbaren einen Termin. (Zur Zeit nur online)

 

Bei seelsorgerisch- rabbinischem Beratungsbedarf leiten wir weiter und/ oder  stellen einen Kontakt her.

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland-

 Bildungs-Projekt der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher Freiburg

 

Im Rahmen der  Kölner Stiftung "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland„ haben wir  zu unserer großen Freude die Zusage für dieses Projekt erhalten .

"Jüdisch für alle" 

Ausgehend von einer Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Situation

kommen wir zur Wahrnehmung einer deutlichen Polarisierung und zunehmenden

Ausprägung verschiedener menschenfeindlicher

gesellschaftlicher Manifestationen, insbesondere auch den Antisemitismus betreffend. 

Die aktuelle Pandemielage und die nachfolgende Zeit lassen nicht erwarten, dass sich diese Situation schnell bessert. Im Gegenteil .

Wie schon in der Geschichte bei

ähnlichen Konfliktlagen rechnen wir mit einer Steigerung der entsprechenden Aktivitäten und einer weiteren Verankerung von antisemitischen und damit demokratiefeindlichen Strukturen

in weiten Teilen der Gesellschaft, sowie einer weitere Allianz von Gruppen, die bisher relative Distanz hielten.

Ein probates Mittel hierfür sind Verschwörungs-narrative und die damit einhergehende Konstruktion einer ,,alternativen" Realität

als Wahrnehmungs-, Empfindungs- aber auch als

Handlungsgrundlage.

Dazu kommt als Problem schon vorhandenes , teilweise sehr rudimentäres bis philosemitisches Wissen über Judentum, seine Inhalte, seine

Diversität in Geschichte und Gegenwart und ganz besonders der Nichtwahrnehmung jüdischer Sozialethik.

 

Wir entwickeln über die Dauer eines Jahres verschiedene online - Formate zur Bildung und Vermittlung jüdischer Diversität in Geschichte und Gegenwart für Kinder ab 5 Jahre bis junge Erwachsene mit 25 Jahren. Hier geht es um Kurzvideos, Kinder- und Jugendkonferenzen online, Aufarbeitung von Kinder- und Jugendliteratur, Präsentationen und interaktive Formate in unterschiedlicher Aufmachung. Hierzu wird es eine eigene Internetseite, einen youtube Kanal und evtl. weitere Formate entsprechender Medien geben. Ergänzt wird dies aus Bildungsbestandteilen des Konzepts zur Shoa Education nach Yad Vashem, auch mit einer entsprechenden Kooperation.

Der Focus liegt dann nicht nur in der Vermittlung des Wissens zur Shoa, sondern auch auf der Stärkung des Demokratiebewusstsein. 

Die Zielgruppe sind sowohl jüdische als auch nichtjüdische Kinder und Jugendliche.

Die Formate sollen vor allem Lust auf mehr machen und eine andere Form des Lernens anbieten als gemeinhin üblich, wenn es um diese Themenkomplexe geht. 

Eine Zusammenarbeit mit dem in der Entwicklung befindlichen Freiburger Dokumentations- und Bildungszentrums zur NS-Geschichte, deren Vorläufer und Nachwirkungen, ist bereits vereinbart.

Die Formate sollen auch für den Schulunterricht oder für die Nutzung von Multiplikatoren  der sozialen Arbeit, sowie Bildung und Erziehung

geeignet sein.

Inhaltliche Stichworte sind die Vielfalt jüdischer Denk- und Kulturansätze, religiöse Inhalte, jüdische Sozialethik, Geschichte jüdischen Lebens, darunter auch Shoa Education und die Auswirkungen hinsichtlich des Verständnisses der Shoa, aber auch des Verständnisses für demokratische Lebensstrukturen, immer jeweils altersgerecht aufgearbeitet.

 

 

Eine Orientierung für uns ist

die zentrale Aussage Theodor W. Adornos zur Entwicklung einer Pädagogik nach der Shoa: „.dass Auschwitz nicht mehr

sei...", als oberste Maxime von Erziehung und Bildung.

 

Didaktisch verwenden wir weitgehend die Prinzipien des Konzeptes von Yad Vashem zur Shoa Education, sowie pädagogisch didaktische Grundlagen von Martin Buber und Janusz Korczak.

 

 Sylvia Schliebe

Beratungsbüro gegen Antisemitismus

Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher Freiburg