Wir wollen zeigen ...,

...  dass die Alternative zu orthodox nicht säkular heißen muss,

... betonen dass lebendiges, offenes Judentum nicht gleichbedeutend ist mit leicht gemachtem         Judentum, sondern durch den dynamischen Prozess der Auseinandersetzung mit den heiligen   Schriften immer wieder neu belebt wird,

... das Bedürfnis des/der Einzelnen nach einer sinnvollen religiösen Identität und Aktivität erfüllen,

... unsere Mitglieder inspirieren, Judentum zu einem wesentlichen Teil ihres Lebens zu machen,

... unseren Beitrag leisten zu jüdischer Vielfalt, jüdischem Leben in Deutschland und zu Tikkun   Olam, der Arbeit an einer gerechten Welt.

Religiöse Aktivitäten

Gemeinsames Feiern der jüdischen Fest- und Feiertage. Regelmäßige Gottesdienste, die dem traditionellen Ablauf in Hebräisch und Deutsch folgen. Regelmäßige Besuche von Rabbiner/inne/n, die neben dem Gottesdienst Lehr- und Lernstunden zu theologischen Themen anbieten. Wöchentliches Torah-Lernen, das sich mit dem jeweiligen Wochenabschnitt beschäftigt. Gescher-Workshop-Wochenenden Wir veranstalten in Abständen Wochenenden mit Seminaren zu religiösen und kulturellen Themen.

Kultur

Der Gescher Lese- und Filmkreis beschäftigt sich mit Literatur und Filmen rund um Judentum und Israel.

Der Gescher-Chor probt einmal in der Woche, begleitet Fest- und Feiertage und plant Konzerte im Rahmen von Festivals und Kulturtagen.

Zusammenarbeit

Wir pflegen enge Kontakte zu anderen liberalen jüdischen Gemeinden in Deutschland, Frankreich und der nahen Schweiz. Wir engagieren uns im jüdisch-christlichen und interreligiösen Dialog.

Wie können Sie uns unterstützen? Ihre Mitglied- oder Fördermitgliedschaft ermöglicht unsere Arbeit, Ihr Engagement im Gemeindeleben beflügelt unseren Einsatz. Bei all unseren Aktivitäten sind neue Menschen herzlich willkommen.

Wir freuen uns auf Sie!


Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher e. V.

 

Satzung

 

§1 Name und Sitz des Vereins

Der Verein führt den Namen „Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher e. V.“ und ist unter der Nr. 3828 seit dem 9. August 2004 im Vereinsregister des Amtsgerichts Freiburg eingetragen.

Er hat seinen Sitz in Freiburg.

 

§2 Vereinszweck

1.  Zweck und Ziel des Vereins ist die Förderung und Pflege der jüdischen Religion.

a.)  Dabei läßt er sich vom Grundsatz der Gleichberechtigung der Mitglieder ohne Ansehen des Geschlechts und von der Achtung der allgemeinen Menschenwürde im Sinne des egalitären Gedankens leiten, das heißt z. B. daß Frauen und Männer im religiösen Bereich die gleichen Rechte und Pflichten.

b.) Die Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher orientiert sich an der Tradition des liberalen Judentums, wie es in diesem Jahrhundert beispielgebend Rabbiner Leo Baeck vorgelebt hat und das seither in verschiedenen modernen Strömungen des Judentums fortentwickelt wurde.

2.  Seine Ziele verwirklicht der Verein durch die Pflege der jüdischen Religion, insbesondere durch

a.)  Durchführung und Förderung egalitärer Gottesdienste und Riten, d. h. Frauen und Männer sind in der Ausübung von Ämtern gleichberechtigt, z. B. im Rabbiner-Amt

b.)  Jüdische Bildung, Lehre und Tradition im Rahmen der Religion (Integrationsarbeit, Unterricht für Kinder und Erwachsene, Vorträge, Kurse)

c.)  Jüdische Kultur und kultureller Austausch im Rahmen der Religion (kulturelle Veranstaltungen, Lesungen, Konzerte)

d.) Mildtätigkeit und Sozialarbeit gemäß des jüdischen religiösen Gebots der "Gemilut Chassadim" (Solidarität mit den Schwachen/ Hilfsbedürftigen.

3. Die Mitgliederversammlung kann die Übernahme weiterer jüdischer Aufgabengebiete beschließen.

4.  Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Er ist selbstlos tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten in ihrer Eigenschaft als Mitglied keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

5.   Die Mitglieder erhalten bei ihrem Ausscheiden keinerlei Anteil am Vereinsvermögen.

 

§3 Mitgliedschaft

1.  Der Verein hat ordentliche und fördernde Mitglieder.

2.  Ordentliches Mitglied des Vereins kann jede natürliche Person jüdischen Glaubens werden, die sich im Sinne der Satzung betätigen will. Die Anmeldung zur Mitgliedschaft erfolgt durch schriftliche Beitrittserklärung gegenüber dem Vorstand. Dieser entscheidet über die Aufnahme.

3.  Fördernde Mitglieder des Vereins können natürliche oder juristische Personen werden, die bereit sind, die Zwecke des Vereins ideell und materiell zu unterstützen. Die fördernde Mitgliedschaft wird durch Zahlung des von der Mitgliederversammlung festgesetzten Mindestbetrages erworben.

4.  Die ordentliche Mitgliedschaft ruht wenn das Mitglied in den zurückliegenden zwei Jahren weder Mitgliedsbeiträge entrichtet noch an einer Mitgliederversammlung teilgenommen hat. 

5.  Eine ruhende ordentliche Mitgliedschaft kann durch Zahlung des Mitgliedsbeitrages bzw. durch Teilnahme an einer Mitgliederversammlung  wiederaufgenommen werden. 

6.  Ordentliche Mitglieder deren Mitgliedschaft länger als zwei Jahre ruht, können durch den Vorstand aus der Mitgliederliste gestrichen werden. Über die vorgesehene Streichung ist das betroffene Mitglied zumindest 6 Monate vor Streichung schriftlich durch Schreiben an die letzte bekannte Postanschrift zu informieren.

7.  Die ordentliche Mitgliedschaft erlischt durch Tod oder Austritt. Der Austritt ist nur zum Jahresende durch schriftliche Kündigung gegenüber dem Vorstand mit einer Frist von einem Monat zulässig.

8.  Die fördernde Mitgliedschaft erlischt durch Einstellung der jährlichen Beitragszahlungen.

9.  Ein Mitglied kann bei vereinsschädigendem Verhalten durch Zweidrittelmehrheit der Stimmen der Mitgliederversammlung ausgeschlossen werden.

 

§4 Rechte aus der Mitgliedschaft

1. Die Mitglieder sind berechtigt an den Veranstaltungen des Vereins teilzunehmen. Alle ordentlichen Mitglieder sind mit Vollendung des 18. Lebensjahres antrags- und stimmberechtigt und besitzen das aktive und passive Wahlrecht.

2.  Ein ordentliches Mitglied, dessen Mitgliedschaft ruht, ist bis zur Wiederaufnahme der Mitgliedschaft nicht stimmberechtigt.

 

§5 Mitgliederversammlung

1.  Alljährlich findet eine ordentliche Mitgliederversammlung statt, die den Jahresbericht und die Jahresrechnung des Vorstandes entgegennimmt. Dabei ist jedem anwesenden Mitglied auf Wunsch eine Kopie der Berichte zur Einsichtnahme zur Verfügung zu stellen. Nach dem Bericht zweier Kassenprüfer die von der Mitgliederversammlung gewählt werden, wird über die Entlastung des Vorstandes abgestimmt.

2.  Eine außerordentliche Mitgliederversammlung findet bei Bedarf statt. Sie ist innerhalb eines Monats durchzuführen, wenn mehr als ein Viertel der stimmberechtigten ordentlichen Mitglieder sie schriftlich beim Vorstand beantragen. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung kann auch durch Vorstandsbeschluss einberufen werden.

3.  Der Vorstand lädt die Mitglieder mindestens zwei Wochen zuvor in Textform unter Mitteilung der Tagesordnung zur ordentlichen und außerordentlichen Mitgliederversammlung ein.

4.  Die Vorsitzenden eröffnen und leiten die Mitgliederversammlung. Nicht anwesende Mitglieder können sich auf ihr nur durch andere Mitglieder mit schriftlicher Vollmacht vertreten lassen.

5.  Aufgaben der Mitgliederversammlung:

a.)  Wahl des Vorstandes

b.)  Wahl der Wahlkommission

c.)  Wahl der Kassenprüfer

d.)  Entlastung des Vorstandes

e.)  Beschluss der Finanzplanung für das folgende Geschäftsjahr

6.  Die Mitgliederversammlung ist immer beschlussfähig.

7.  Jedes Mitglied hat eine Stimme. Die Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst, jedoch ist zur Änderung der Satzung eine Mehrheit von mindestens drei Vierteln der vorhandenen Stimmen erforderlich.

8.  Anträge zur Tagesordnung müssen bei postalischer Versendung spätestens sieben Tage, bei elektronischer Zusendung spätestens 3  Tage vor der Mitgliederversammlung beim Vorstand eingegangen sein. Nicht fristgerecht gestellte Anträge bedürfen der Zustimmung der Mehrheit der Mitgliederversammlung, um in die Tagesordnung aufgenommen zu werden.

9. Über die gefassten Beschlüsse wird ein Protokoll angefertigt, das durch den Leiter der Mitgliederversammlung und den Schriftführer zu unterzeichnen ist. Das Protokoll wird auf Antrag den Mitgliedern zur Verfügung gestellt.

 

§6 Vorstand

1.  Der Vorstand besteht aus fünf gleichberechtigten Personen:

a.)  Dem ersten, zweiten und dritten Vorsitzenden

b.)  Dem Rechnungsführer/Kassenwart

c.)  Dem Schriftführer

2.  Der Vorstand beauftragt die einzelnen Vorstandsmitglieder mit der Wahrnehmung folgender Aufgabenbereiche:

a.)  Religionsangelegenheiten

b.)  Finanzen (Kassenwart)

c.)  Kultur

d.)  Kinder/Jugend

e.)  Senioren

f.)  Bildung

g.)  Soziales

 

3.  Der Vorstand wählt unter sich einen Schriftführer.

4.  Der Vorstand sollte sich darum bemühen, zur Durchführung seiner Aufgaben Arbeitsgruppen aus interessierten Mitgliedern zu bilden.

5.  Die Wahlen erfolgen durch die Mitgliederversammlung gemäß §5 der Satzung.

6.  Die Anwesenheit von mindestens 30% der stimmberechtigten Mitglieder ist erforderlich. Sind weniger als 30% der stimmberechtigten Mitglieder anwesend, so ist unverzüglich zu einer neuen Mitgliederversammlung einzuladen. Die Einladungsfrist beträgt einen Monat.

7.  Auf dieser Mitgliederversammlung kann der Vorstand auch ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder gewählt werden. Bei der Einberufung der Mitgliederversammlung ist auf diesen Sachverhalt ausdrücklich hinzuweisen.

8.  Scheidet ein Mitglied vorzeitig aus dem Vorstand aus und ist der Vorstand dann nicht mehr ausreichend besetzt, können die verbleibenden Vorstandsmitglieder den Vorstand durch Zuwahl selbst ergänzen. Die Zuwahl ist nur bis zur nächsten Mitgliederversammlung wirksam, auf der eine Neuwahl für die betreffende Position durchzuführen ist.

9.  Der Vorstand ist ehrenamtlich tätig und bekommt nur seine notwendigen Barauslagen erstattet.

10.  Vorstandssitzungen werden vom Vorsitzenden mindestens sieben Tage zuvor einberufen. Der Vorstand tagt nicht öffentlich. Er kann zu seinen Sitzungen Auskunftspersonen hinzuziehen. Der Vorstand ist bei Anwesenheit von drei Vorstandsmitgliedern beschlussfähig und fasst seine Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit.

11.  Die Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher e. V. wird gerichtlich und außergerichtlich vom ersten Vorsitzenden und/oder vom zweiten Vorsitzenden in Einzelvertretung vertreten. Kasse und Schriftführung obliegen zwei verschiedenen Vorstandsmitgliedern.

12.  Die Wahlen der Gründerversammlung gelten für ein Jahr. Danach wird der Vorstand für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Er bleibt anschließend bis zur Neuwahl im Amt. Wiederwahl ist unbeschränkt zulässig.

 

§7 Kassenprüfer

Die Mitgliederversammlung wählt zwei Kassenprüfer für die Dauer einer Wahlperiode. Sie haben bei der Jahresversammlung den Bericht über die Kassenprüfung vorzulegen und die Entlastung des Vorstandes zu beantragen. Sei sind berechtigt, jederzeit Einblick in die Kassenbücher und Belege vorzunehmen.

 

§8 Wahlkommission

1. Die Wahlkommission wird für die Dauer einer Wahlperiode von der Mitgliederversammlung gewählt.

2. Die Wahlkommission besteht aus drei Personen, die unter sich den Wahlleiter wählen.

 

§9 Wahlverfahren

1.  Die Wahlen sind frei, In der Wahlversammlung wird darüber abgestimmt, ob die Wahl des ersten Vorsitzenden geheim oder per Akklamation durchgeführt werden soll.

2.  Jedes Mitglied hat so viele Stimmen, wie Vorstandsmitglieder zu wählen sind. Ist der gesamte Vorstand zu wählen hat jedes Mitglied fünf Stimmen.

3.  Es finden zwei getrennte Wahlgänge statt.  Im ersten Wahlgang wird der oder die Vorsitzende des Vereins gewählt. Gewählt ist, wer die meisten Stimmen auf sich vereinigt.

4.  Im zweiten Wahlgang werden die übrigen Vorstandsmitglieder gewählt. Gewählt ist, wer unter den Bewerbern nach der Rangfolge der Stimmenzahl die Ränge 1 bis 4 belegt. Das Vorstandsmitglied mit der höchsten Stimmenzahl ist der 2. Vorsitzende.

5.  Gewählt wird auf einer zum Zweck der Wahl einberufenen Mitgliederversammlung.

6.  Die geheime Wahl erfolgt auf gekennzeichneten Stimmzetteln, die von der Wahlkommission vorbereitet werden.

 

§10 Rechnungswesen

1. Der durch die ordentliche Mitgliederversammlung beschlossene Jahresbeitrag kann für ordentliche und fördernde Mitglieder unterschiedlich festgesetzt werden. Auf Antrag kann der Vorstand den Beitrag für sozial schwächer gestellte Mitglieder ermäßigen.

2. Der Vorstand verwaltet die Mittel des Vereins nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Bewirtschaftung. Die Mittel werden ausschließlich und unmittelbar für satzungsgemäße Zwecke verwendet.

3.  Das Rechnungsjahr ist das Kalenderjahr. Nach dessen Ablauf legt der Vorstand spätestens bis zum 30. April des Folgejahres eine Jahresrechnung an, die von den beiden Kassenprüfern geprüft und dann der Mitgliederversammlung vorgelegt werden (§7).

4. Für das Vereinskonto zeichnungsberechtigt sind der/die erste Vorsitzende und der Rechnungsführer, sowie bei Bedarf weitere von diesen bevollmächtigte Vorstandsmitglieder.

 

§11 Mitgliedschaft in anderen Organisationen

Der Verein kann Mitglied in anderen Vereinen (z. B. Dachorganisationen) werden. Über den Beitritt entscheidet der Vorstand.

 

§12 Auflösung des Vereins

1.  Über die Auflösung des Vereins beschließt die Mitgliederversammlung bei Anwesenheit von mindestens der Hälfte aller stimmberechtigten Mitglieder mit einer Drei-Viertel-Mehrheit. Auf der Tagesordnung dieser Mitgliederversammlung muß die Auflösungsabsicht angekündigt werden.

2.  Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an die „Union Progressiver Juden in Deutschland K.d.ö.R.“, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke zu verwenden hat.

 

§13 Inkrafttreten der Satzung

Die Satzung tritt einen Tag nach ihrer Verabschiedung, vorbehaltlich eventueller Einwände durch das Amtsgericht, in Kraft. Zur Aufnahme in das Vereinsregister eventuell notwendige Satzungsänderungen aufgrund von Registergerichts- oder Finanzamtsbeschlüssen darf der Vorstand allein ohne weitere Mitgliederversammlung durchführen.

 

§14 Geschlechtsneutralität

Die in dieser Satzung verwendeten personenbezogenen Begriffe gelten als geschlechtsneutral.

 

Diese Satzung wurde am 1. Juli 2004 errichtet und zuletzt am 01. Dezember 2019 durch Beschluss der Mitgliederversammlung geändert.